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Teleskop - Technik

 

LTT 125 / 3500    Anastigmatischer Schiefspiegler



Anton Kutter, der Erfinder des anastigmatischen Schiefspieglers, nannte ihn ein "Spiegeltelesop für hohe Bilddefinition". Das LTT 125 / 3500 ist somit ideal für die visuelle Beobachtung geeignet, insbesondere von Planeten unter hellem Stadthimmel. Dank seiner überzeugenden Bilddefinition liefert es "nadelscharfe Sterne auf schwarzem Samt".

LTT 125 / 3500 LTT 125 / 3500 LTT 125 / 3500 3500 mm Brennweite einfach transportiert

 

Technische Daten


Gewicht:
  • ca. 6,5 kg
Gesamtmaße:

  
Fangrohrplatte bis Brennpunkt:

  • ca. 1500 mm
Fangrohrdurchmesser:

  • 80 mm
Wandstärke Fangrohr:

  • 2 mm
Hauptspiegelrohr-Durchmesser:

  • 160 mm
Wandstärke Hauptsspiegelrohr:

  • 3 mm
Hauptspiegelrohr-Länge:

  • 200 mm
Größte Breite:

  • ca. 240 mm
Öffnung/Brennweite/
Bildwinkel:
  • 125 mm, obstruktionsfrei
  • 3500 mm (f/28)
  • 32 Bogenminuten (Abb. des Vollmondes ganzheitlich möglich)
Spiegel:
  • aus eigener, feinoptischer Fertigung
  • Material: Borofloat-33 von Schott-Jena
Spiegelbeschichtung:
  • Reinstaluminium
  • auf Wunsch auch konventionell mit SiO-Überzug (Aufpreis)
Ausführung:
  • 2-Zoll-Okularauszug mit Zahnstangenantrieb, Knopfautomat zum Fein-Fokussieren nachrüstbar (Zubehör)
  • Skysurfer III Leuchtpunktsucher, andere auf Wunsch adaptierbar (Aufpreis)
  • teilbares Fangrohr mit Präzisionsverschraubung, velourspapierbeschichtet
  • aufsteckbarer Verschlussdeckel mit Knopf für Hauptspiegeltubus
  • meridionale Aufhängung, Prismenschiene nach VIXEN-Standard
  • massive, CNC-gefräste Komponenten aus feuchtigkeitsbeständigem, phenolverdichtetem Buchensperrholz, alle Schrauben und Muttern aus V2A Edelstahl
Zubehör:
  • Transportkiste aus Sperrholz, Maße ca. 70*50*30 cm (in Vorbereitung, Aufpreis)
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Die Optik

Kutters obstruktionsloser Schiefspiegler stellt das "high end" der Spiegelteleskop-Technik dar. In genialer Weise vereinigt er auf sich die Farbreinheit des Reflektors und den hohen Kontrast des Refraktors. Der saloppe Spruch vom "Refraktor des armen Mannes" trifft den Sachverhalt daher eher unzureichend.

Der Schiefspiegler steht bei der Planetenbeobachtung an vorderster Front im Hinblick auf erzielbare Auflösung bei der Beobachtung feinster, planetarischer Details und im Hinblick auf Kontrast bei der Wahrnehmbarkeit geringster Helligkeitsunterschiede. Der unübertroffene Kontrast-Faktor einer freien Öffnung (siehe Kapitel: Der Schiefspiegler ... aus optischer Sicht) kommt aber nicht nur den Planetenbeobachtern zugute, sondern auch der Beobachtung von Kugelsternhaufen und zahlreichen, kompakten Deep-Sky-Objekten, wie planetarische Nebel und vieler Messier-Objekte.

Sicher ist ein Kutter-Teleskop kein Rich-Field-Instrument. Aber seine Anwendung nur auf Mond und Planeten zu beschränken, wäre definitiv falsch.

Für großflächige Objekte gibt es andere Teleskope, die allerdings bei hohen Vergrößerungen ihre Nachteile haben. Es ist schon etwas Tolles, wenn man den Ringnebel bequem in einem 25mm Kellner betrachtet, statt durch ein Wellensittichauge zu blinzeln, um auf die gleich Vergößerung zu kommen. Das Einblickverhalten durch ein sehr preisgünstiges, langbrennweitiges Okular ist dagegen äußerst angenehm und entspannend (z.B. Jupiter mit 25 mm, bei 140 facher Vergrößerung).

Und wer nach dem Beobachten mit einem LTT 125 / 3500 wieder durch seinen Sechs-Zoll-China-Newton schaut, kann schon mal leicht unzufrieden werden, denn selbst teure Newtons mit sehr guten Spiegeln und kleinem Öffnungsverhältnis erzeugen manchmal noch störende Spikes am Planeten.

Anton Kutter, selbst Amateurastronom, erfand mit der sog. "anastigmatischen Anlage" eine rein sphärische Spiegeloptik, die sich in bester Qualität wesentlich leichter als ein Parabolspiegel herstellen lässt, weil der ungestörte Polierprozess immer zur Kalotte strebt. Der Sekundärspiegel ist ebenfalls sphärisch, aber konvex. Es gibt zwei gute Gründe, weshalb die Kugelfläche zu Recht als die am besten ausführbare Fläche gilt: Der Nulltest ist hochempfindlich und sie erreicht die höchste Poliergüte in Bezug auf Mikrorauhheit und Hundekuchen.

Eine bewusst lang gewählte Brennweite vermeidet aufwendige, optische Korrekturmittel und führt zu minimalen Fehlern, die komplett im Airy-Scheibchen verschwinden. Sie sind somit kleiner als die theoretische Beugungsbegrenzung.

Durch den langgezogenen Lichtkegel zum Brennpunkt hin lassen sich die bekannten, einfach aufgebauten Okular-Klassiker (Kellner, Huygens) optimal verwenden, so daß das Fokussieren aufgrund des langen Verfahrwegs des OAZ als feinfühlig empfunden wird.

Mit dem Kauf eines LTT 125 / 3500 sparen Sie evtl. gleich mehrere Hundert Euro durch Vermeidung von teuren Okularen und Barlow-Linsen!



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Das LTT 125 / 3500 und seine Besonderheiten

Teleskopbaubewährte Materialien, wie phenolgetränktes Hartpapier (für das bekannte Pertinax-Rohr) ergeben im Verbund mit phenolverdichtetem High-Tech-Sperrholz (sog. Panzerholz) eine äußerst stabile Gesamtkonstruktion von nur ca. 6,5 kg Gewicht. Letzteres bedarf wegen seiner Feuchtigkeitsbeständigkeit keiner aufwendigen Nachbehandlung bzw. Pflege.

Durch den Einsatz moderner CAD/CAM-Fertigungstechnik gelingt ein Produkt, das nicht nur ein erstaunliches Leistungs-Preisverhältnis möglich macht, sondern das ebenso durch seine zeitlose Ästhetik besticht.

Aufgrund kompletter inhouse-Fertigung von Haupt- und Fangspiegel kann eine kompromisslose Präzision und Glattheit der optischen Flächen gewährleistet werden.

Typischerweise liegt der Oberflächenfehler des Gesamt-Systems bei < Lambda / 8 peak to valley (wavefront!).

Achsenentkoppelte Justierung

Die Justierung vermeidet das stressfördernde 120-Grad Stellschrauben-Prinzip. Vielmehr ermöglichen zwei INBUS-Justageschrauben mit druckfederunterstützter Verstellung und mit einer gemeinsamen Stützstelle eine achsbezogene Justage, entkoppelt nach Meridional- und Sagittalebene.

Ein anastigmatischer Kutter ist spielend leicht zu justieren - genau wie Ihr Newton! Warum? Weil der LTT125 / 3500 ohne Korrekturlinse auskommt. Und nur diese sorgt immer wieder für eine angeblich schwierige Justage. Eine ausführliche Justage-Anleitung befindet sich natürlich im Lieferumfang.

Als Gerät für den Puristen wurde bewusst auf einen SiO-Schutz der aufgedampften Reflexionsschicht verzichtet: Die Reinst-Aluminiumschicht überzieht sich in den ersten drei Wochen mit einer ca. 40 nm dicken Hydroxidschicht und kommt damit einer Selbstversiegelung gleich. Diese Schicht ist so dünn, dass keine optische Wirkung von ihr ausgeht.

Als Folge wird diese Beschichtung vom Beobachter als "brillianter" empfunden, denn die üblicherweise aufgebrachte SiO-Schicht kann mit ihrer Dicke von ca. 1400 nm im Bereich von lambda / Viertel zu unerwünschten Reflexionen an Doppelschichten führen, auch wenn ihre Eigenreflexion nur ca. 4% beträgt.

Diese Kompromisslosigkeit an die optische Abbildungsgüte erfordert lediglich etwas mehr Umsicht bei der Spiegelreinigung: Ausbauen und unter demineralisiertem Wasser mit etwas Spülmittel und einem Wattebausch abwedeln, dann stehend trocknen lassen, einbauen, justieren. Die Beschichtung behält ihre Reflexionsfähigkeit von > 85% über ca. drei Jahre, um dann dem Endwert 80% zuzustreben.

Selbstverständlich kann auf Wunsch die konventionelle Alu-Bedampfung mit SiO-Schicht realisiert werden (Aufpreis).

Der LTT 125 / 3500 ist mit einem langhubigen 2-Zoll-Okularauszug mit Zahnstangenantrieb aus eigener Fertigung bestückt. Auch schweres Zubehör wird bei zenitnaher Beobachtung sicher gehalten. Auf Wunsch kann ein Knopfautomat (1:6) preisgünstig nachgerüstet werden.

Transport von 3500 mm Brennweite  im Auto

Das teilbare Fangrohr beinhaltet eine kollimationsfeste Präzisionsverschraubung mit einem unverlierbaren Überwurfring sowie einem Feingewinde M 90*1.

Das abgenommene Teilstück lässt sich platzsparend zwischen Hauptspiegel und OAZ verstauen. Es wird im "Chassis" in drei Halbschalen per Druckhebel rüttelfest und schonend fixiert.

Die so entstandene Transporteinheit ist nunmehr sehr kompakt und findet schon im Fuss- bzw. Kofferraum eines Kleinwagens Platz.

Der Leuchtpunktsucher befindet sich schwenkbar am Ende eines ausziehbaren Rohres aus Edelstahl mit solider Klemmschraube. Dadurch kann er in eine Position gebracht werden, die viel günstiger zum Aufsuchen zenitnaher Objekte ist. Man braucht dann nicht so weit in die Knie zu gehen. Zum Transport wird der Sucher in den ungenutzten Raum vor dem Haupttubus eingeschwenkt.



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