LIEBERS

Teleskop - Technik

Über mich / Produktphilosophie



Dies ist die Webseite eines Schiefspiegler-Enthusiasten, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das obstruktionsfreie Kutter-Teleskop zu neuem Leben zu erwecken.

Mit der Astro-Optik kam ich in Berührung, als 1997 ein seltenes, kosmisches Ereignis stattfand: Hale-Bopp, der "verwaschene Schneeball", der wochenlang am Himmel stand. Ich folgte dem Aufruf der Sternwarte Essen, die in der Tageszeitung zum Beobachten einlud.

Ein klassischer Cassegrain mit 56 cm freier Öffnung und sieben Metern Brennweite fand dort meine spontane Aufmerksamkeit, rief die längst vergessenen Kegelschnitte aus der Oberstufenmathematik wach, und Kugel, Parabel und Hyperbel fanden nun spätes Verständnis in Bezug auf praktische, astro-optische Umsetzung.

Mit einem Wort: die fremde Welt der Technischen Optik erweckte lebhaft mein Interesse als Ingenieur, und vom eigenen Polierprozess optischer Gläser ging eine seltsame Faszination aus.

Da ich über eine mechanische Werkstatt verfüge, die auf meine beruflichen Aktivitäten in der Automatisierungstechnik: zurückgeht, begann ich das Hobby des Teleskopbaus vor dem Hintergrund jahrelang angewandter Feinwerktechnik bzw. Mikroelektronik.

Bewährte Denkstrukturen aus der Industrie, z.B. die Forderungen nach Reproduzierbarkeit der Qualität und deren Prozessfähigkeit, ebneten mir den Weg zu eigenen Schleif- und Poliermaschinen, statt zum raschen, aber unsicheren Ergebnis an händisch geführtem Spiegel und Schleifschale zu gelangen.

Auf diese Weise sammelte sich über fünf Jahre ein beträchtlicher Fundus an selbst geschaffener Gerätetechnik an, der die Chance und die Grundlage für eine kosteneffiziente Kleinserienfertigung bietet.

Die unübertroffene Abbildungsqualität des langbrennweitigen Refraktors (Zitat Fraunhofer: "unter F/15 ist das kein Fraunhofer-Achromat") auf dem traditionellen Beobachtungsgebiet und Kernbereich des amateurastronomischen Interesses: Mond, Planeten, Doppelsterne ist unumstritten. Dass das Spiegelsteleskop dennoch die höhere Verbreitung gefunden hat, beruht letztlich in der Hauptsache auf finanziellen Gründen.

In diesem Bewusstsein erschien es mir sinnvoll, die optischen Qualitäten des Linsenteleskosps mit den Kostenvorteilen des Spiegelteleskops zu bündeln, um mich mit einem attraktiven Produkt am Markt zu plazieren. Gemeint ist das unobstruierte Spiegelteleskop, das in seiner Ausführungsform "Kutter-Schiefspiegler" die höchste Verbreitung gefunden hat, bisher allerdings vorwiegend in Selbstbau-Kreisen.


CNC-gestütztes Fräsen des Fangspiegelrohres

Für mich als Techniker und Konstrukteur ist es eine sehr interessante Aufgabe, dieses Teleskop durch hochtechnologisierte, zeitgemässe Fertigungsmethoden zu einem "new design" zu führen, das neben einer verbesserten Funktionalität auch gestiegenen ästhetischen Ansprüchen gerecht wird.

Mein Anspruch ist, konsequent auf "High-Tech" zu setzen und industriemässig professionell vorzugehen: Im vorliegenden Fall geschieht das mittels Rationalisierung durch höchstmögliche Automatisierung der einzelnen Fertigungsschritte.

Anton Kutters hervorragende Erfindung, "ein Spiegelteleskop für hohe Bilddefinition", bescheidener Untertitel seines Buchs "Der Schiefspiegler" von 1953, verpflichtet mich als späten Berufskollegen, diesen überragenden Teleskop-Typ, sein "Kind aus Münchner Bombennächten", mit Sorgfalt und in bestmöglicher Fertigungsqualität umzusetzen.